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Vier Arten meinen Vater zu beerdigen | [Liane Dirks]

Vier Arten meinen Vater zu beerdigen

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Beschreibung

Wie beschreibt eine Frau den sexuellen Missbrauch durch den eigenen Vater? Anklagend, mitleiderregend, als Betroffenheitsbericht? Man kann seinem Vater auch ein literarisches Begräbnis graben. Liane Dirks ist das in ihrem Roman "Vier Arten meinen Vater zu beerdigen" ohne Haß oder Schuldzuweisung gelungen. Über ihn zu erzählen, ihn sogar beim Namen zu nennen, das ist eine der vier Arten, diesen Vater endgültig zu beerdigen. Ihr gelingt es, Verständnis für die Tat des Vaters zu wecken, indem sie dessen Lebensgeschichte von Geburt an erzählt. Denn kein Kind käme mit einem Schild auf der Stirn zur Welt, auf dem stünde: "Ich werde Sexualstraftäter". Es sei einfach eine Entwicklung, so die Autorin in einem Interview.

©2002 Kiepenheuer & Witsch (P)2012 Random House Audio

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Hörerrezensionen

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    raideninc Dortmund, Deutschland 27.01.2013
    raideninc Dortmund, Deutschland 27.01.2013
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    "Geschichte eines Menschen"

    Nietzsche kannte in seiner Moralphilosophie ein Prinzip, das er u.a. "nachträgliche Vernünftigkeit" nannte. Gemeint ist, dass wir (moralische) Entscheidungen treffen, und uns im Nachhinein dafür eine Begründung zurecht legen - und da diese Begründung nachträglich ist, ist sie immer von der eigentlichen Entscheidung losgelöst, getrennt, fiktional. Unwahr.

    Liane Dirks Schilderung des Lebens ihres Vaters kommt (fast) durchgehend ohne Begründungen aus, ohne "nachträgliche Vernünftigkeit", ohne Erklärungsmodelle.
    Sie schildert das Leben, ohne es zu begründen. Denn seien wir ehrlich: Jede Begründung wäre nachträglich, fiktional, unwahr.
    Was bleibt ist eine Biographie, die den Leser allein lässt. Allein mit Hoffnung, Zweifel, Schock, Abscheu, Mitleid, Trauer, Fragen - aber mit einem nicht: Unglauben.
    Und allein gelassen bleibt es jedem selbst überlassen, seine eigenen Antworten zu finden. Und ist das nicht der Effekt eines jeden guten Buches?
    Gerechtigkeit, Fairness, Buße - das alles ist nicht Teil von Liane Dirks Geschichte; es war nicht Teil von Günther Dirks Geschichte. Ohne Pathos, ohne emotionale Effekthascherei, aber in seiner Wirkung doch mit einer klaren Wertung.

    Die Autorin liest selbst. Sowas kann man eigentlich gar nicht bewerten. Wer, wenn nicht die Autorin, kann schon sagen, wie etwas gelesen werden soll? Eindringlich ist es geworden. Persönlich. Es geht unter die Haut, je weiter die Lesung voran schreitet.

    Wer Verteufelung sucht, ließt/hört lieber ein anderes Buch; dieses kommt durchweg ohne sie aus - braucht sie gar nicht - und zeichnet dennoch ein klares Bild: Von manchen Erfahrungen kommt man Zeit seines Lebens nicht los. Aber es hilft, den Missetäter zu beerdigen. Und manchmal, ein Buch darüber zu schreiben.

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich
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    Diana Stein Windheim, Deutschland 29.04.2014
    Diana Stein Windheim, Deutschland 29.04.2014
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    Geschichte
    "Sehr speziell"

    Die Autorin liest selbst.
    Mir persönlich war ihre Art zu lesen zu Monoton, hatte zu wenig Aussagekraft.
    Sie hat ohne viel Regung ihre eigene Geschichte vorgetragen.
    Sicherlich war es ihre Absicht. Denn das Thema birgt sehr viel Gefühl und Brisanz in sich, vielleicht wollte sie deshalb das ganze so kühl wie möglich vorbringen.
    Die Geschichte selbst ist natürlich unfassbar. Und das Leben des Vaters sehr speziell.
    Ebenso die Art wie diese von ihr niedergeschrieben wurde.

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