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Robespierre Hörbuch

Robespierre

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Inhaltsangabe

Maximilian de Robespierre wächst nach dem Tod seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf. Nur durch seinen Intellekt und Fleiß erhält er ein Stipendium und wird Jurist. In Paris schließt er sich den Jakobinern, den radikalsten Unterstützern der französischen Revolution an und steigt schnell an deren Spitze auf. So wird er zum Herrscher über Frankreich. Er führt die Guillotine ein. Ihm gelingt es schließlich auch in der Volksversammlung die Hinrichtung des König Louis XVI. auf der Guillotine durchzusetzen.

Sein oberstes Ziel ist die Gerechtigkeit und Gleichsetzung aller Bürger Frankreich. Wer sich ihm und seinen Vorschriften widersetzt wird auf der Guillotine hingerichtet. Die Bürger empfinden dies mehr und mehr als Terrorherrschaft und wehren sich...

Friedrich Carl Maria Sieburg (1893-1964) entstammte einer Kaufmannsfamilie. Nach seinem Studium der Philosophie, Geschichte, Literatur und Nationalökonomie war er als freier Schriftsteller in Berlin tätig. Er bekannte sich zum Nationalsozialismus, übte aber auch Kritik daran. In dieser Zeit (1935) entstand auch die Biografie "Robespierre", die ausschließlich auf Fakten beruht.

©1989 SWR (P)1989 SWR

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    Matthias Berlin, Deutschland 10.04.2016
    Matthias Berlin, Deutschland 10.04.2016

    Bin im richtigen Leben Musikjournalist. Die heimliche Liebe ist Literatur.

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    Geschichte
    "Tugend und Terror"

    Bis heue sind die Historiker ratlos angesichts eines der größten politischen Massenmörder und fanatischsten Diktatoren vor Hitler und Stalin. Robespierre hat Tausende Unschuldige in Paris hinrichten lassen, Zehntausende in der Provinz. War es ein Zyniker? ein Idealist? Der erste moderne Tyrann? Oder nur die Vorzeige-Marionnette einer sich immer mehr radikalisiernden Revolutionsregierung?
    Freidrich Sieburgs Biografie aus den 1930er Jahren, einer der großen Biographie-Klassiker der Deutschen, wird gern verglichen mit denen von Stefan Zweig oder Siegfried Kracauer. Und wirklich - weil Sieburg kein Besserwisser ist und uns genauso ratlos scheint wie alle späteren Biographen, sich aber immer bemüht, den Mann Robespierre verstehen zu wollen (was ihm später viele verübelt haben), bleibt sein Buch so lebendig. Und nicht nur deswegen. Sieburg ist ein richtig guter Feuilletonist und Schriftsteller, der selten langweilig wird. Er verfällt nicht in den Fehler vieler "seriöser" Biographen, uns seitenlang mit Robepierres Kindheit und Jugend zu nerven, er steigt sofort ins wilde Geschehen der Franzöischen Revolution ein. Seine Schilderungen der Massenhinrichtungen sind so Schrecklich und ergreifend, dass sie in ihrer Schrecklichkeit so manchen Horrorroman übertreffen.
    Freilich - auch ein wortgewaltiger Sieburg kann zuweilen zäh sein. immer da, wo er sich von den Fakten entfernt und nur über Macht und Glaube reflektiert, empfinde ich ihn als geschmäcklerisch. Sieburg hat als tief Gläubiger eine fixe Idee: Dass die ganze Tragödie nur deshalb über die Bühne ging, weil a) Rousseau kein echter Christ war, b) Robepierre an den falschen Gott glaubte und c) die Gesellschaft des 18. Jahrhunderts eh total freidenkerisch war. Thesen, die außerhalb radikaler katholischer Strömumgen wohl nie völlig ernst genommen wurden. Diese Auslegung greift einfach viel zu kurz. Demgegenüber steht aber der plastische Schilderer Sieburg. Grandios, die Beschreibung der kleinen Dinge hinter den Großereignissen, Robespierres grüne Sonnenbrille, das gelähmte Paris mit den abblätternden Häuserfassaden, die Stimmung(en) in den entscheidenden schwülen Sommermonaten 1794, als Robespierre den Höhepunkt seiner Macht erreicht - und untergeht. Der blutgetränkte Besen, mit dem ein Scharfrichter-Gehilfe die Zuschauer der Hinrichtungen aus Übermut bespritzt. Unvergessliche Bilder...
    Genial gelesen von Rolf Boysen. Ein echter Schatz aus dem SWR-Archiv.

    17 von 18 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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