Hörbuch 'Inferno' von  Dan Brown

Sapere aude!: Warum wir eine neue Aufklärung brauchen

Hörbuch Inhalt

BESCHREIBUNG


Flughafen Berlin, Stuttgart 21, Atomkraft, Schulreform: In Deutschland findet ein Bürgeraufstand statt. Heiner Geißler, der Schlichter von S 21, nennt die Hintergründe für den zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen die offizielle Politik: Die Trennung von Geist und Macht, die Herrschaft der Märkte über die des Volkes, die Ökonomisierung der Gesellschaft, die fehlende Transparenz der bürokratischen Genehmigungsverfahren begründen die Krise der Demokratie ebenso wie die Defizite des Parlamentarismus in einer Mediendemokratie mit Internet und Facebook. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit S 21 entwirft Geißler neue Formen einer Bürgerbeteiligungsdemokratie und offenen Diskursrepublik, die das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen und der Demokratie neue Perspektiven geben können.

©2012 Ullstein (P)2012 Random House Audio



Autor: Heiner Geißler
Sprecher: Heiner Geißler
Spieldauer: 03 Std. 59 Min. (ungekürzt)
Bewertung:  4.9 (7)
Audioinhalt: Hörbuch
Anbieter: Random House Audio, Deutschland
Veröffentlicht: 2012

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Hörerrezensionen (1)

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Die hilfreichsten Hörerrezensionen


 Reformer oder Revolutionär?

von Tocqueville aus Deutschland am 10.11.2012

Heiner Geißler, Mitglied des politischen Establishments, pensionierter Politiker im "Unruhestand", kritisiert mit diesem Buch das bestehende politische System und seine Nachfolger, also alle Mandatsträger der Gegenwart.
Geißler liest selbst und gut. Es ist angenehm, ihm zuzuhören.
Ein hörenswertes und in weiten Teilen spannendes Buch, ein Appell der die Bürger wachrütteln soll. 4 Stunden die sich lohnen!
Ein Appell, wie ihn nur noch pensionierte Politiker formulieren dürfen, ohne in den Verdacht zu geraten, Rechtsextremisten zu sein. Geißler legt natürlich Wert darauf, sich abzugrenzen.
Er liefert hier eine spannende und für jeden Staatsbürger hörenswerte Analyse der politischen Fehlentwicklungen im parlamentarischen System der BRD. Seine Schlußfolgerungen und Lösungsvorschläge bleiben jedoch in halbherzigen Reformideen stecken, die nicht an die Wurzel des Übels gehen - Heiner Geißler ist nicht "radikal" im Sinne des Wortes.
Ausgehend von den Fehlern, die beim Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" von den Politikern gemacht wurden, fordert er eine "Neue Aufklärung". Er fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, sich nicht länger als Opfer der Politiker zu sehen, sondern sich zu informieren und zu engagieren.
Teilweise enthält das Buch auch lange Abschweifungen in die Religionsgeschichte und die Probleme von Katholizismus und Islam. Geißler zeigt anhand religiöser Intoleranz, wie die politische Intolertanz funktioniert. Leider ist er selbst nicht frei davon. Die Bürger, die seiner Sicht der Dinge widersprechen, werden von ihm in die "rechtsextremistische Ecke" gestellt. Sogar die Beamten in den Ausländerbehörden, die nur das geltende Recht anzuwenden haben, werden als verkappte "Rechtsradikale" bezeichnet. Ob Geißler hier zu weit geht oder nicht weit genug, das muß man als Hörer selbst entscheiden. Sein Lösungsvorschlag für das Flüchtlingsproblem der Erde: Deutschland solle alle Flüchtlinge aufnehmen. Abschiebungen sollten gestoppt werden.
Ist das realistisch oder verrückt? Die Entscheidung müssen Sie als Hörer treffen.
Dieses Hörbuch ist deshalb ein gutes Buch, weil man sich beim anhören an den Gedanken Geißlers reiben kann, man kann zustimmen oder widersprechen, auf jeden Fall provozieren viele Aussagen Geißlers Reaktionen, abwechselnd Beifall und Protest.
Von der in diesem Buch geäußerten Kritik, nimmt Geißler sich selbst natürlich aus. Das Buch ist eine Abrechnung mit "den Anderen", nicht mit sich selbst.
Geißler bleibt es schuldig, eine Erklärung dafür zu liefern, warum er erst jetzt - da er nicht mehr Mitglied der Regierung ist und keine Möglichkeit mehr hat etwas zu verändern - alles besser weiß. Er liefert auch keine Entschuldigung für seine Versäumnisse als Minister, schließlich hätte er ja seine eigenen Forderungen früher mit Leichtigkeit umsetzen können. Das ist inkonsequent und nährt den Verdacht, daß das Buch vielleicht doch nicht wirklich ernst gemeint ist. Schade!

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