Hörbuch 'Der Lilith Code (Lilith 1)'

Ilias

Hörbuch Inhalt

BESCHREIBUNG


Die deutschen Übersetzungen ruhen meist ungelesen im Bücherschrank. Zeit, dies zu ändern. Jenen Homer, den Raoul Schrott uns in seiner Neufassung der Ilias vorstellt, darf man getrost als Sensation bezeichnen. Ursprünglich geschaffen für die inszenierte Lesung, greift er konsequent auf die mündliche Tradition des Werks zurück. Er ersetzt den Hexameter durch frei rhythmisierte Prosa und bringt uns die Figuren im Kampf um Troja näher als je zuvor: den aufbrausenden Achilleus, den gewieften Taktiker Odysseus, den dreisten Agamemnon und viele mehr...

©2008 Carl Hanser Verlag München (P)2008 Hessischer Rundfunk hr2-kultur/Deutschlandfunk



Autor: Homer
Sprecher: Manfred Zapatka
Spieldauer: 19 Std. 50 Min. (ungekürzt)
Bewertung:  4.0 (60)
Audioinhalt: Hörbuch
Anbieter: Der Hörverlag
Veröffentlicht: 2011

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Hörerrezensionen (5)

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Die hilfreichsten Hörerrezensionen


 Klassik neu aufgelegt

von Otfried Krumpholz aus Karben, Deutschland am 17.12.2011

Die neue Übersetzung der Illias von Raoul Schrott ist sicher Geschmackssache. Nicht jeder wird es gut finden, wenn in einem Text, wie er klassischer kaum denkbar ist, viele umgangssprachliche Redewendungen auftauchen. Ich finde es aber nicht schlecht, weil es einem die vielen Dialoge doch näherbringt. Und natürlich unterhalten sich Krieger mitten in der Schlacht nicht mit gestelzten hochsprachlichen Wendungen.
Was ich auch sehr ansprechend fand, war die Idee, wenn einer der Götter spricht, die ersten paar Sätze im Original vorzutragen und dann erst mit der Übersetzung zu beginnen.
Weniger ansprechend sind die ewig gleichen Untermalungen der Tonspur mit Geräuschen/musikalischen Versatzstücken. Wenn man das einhundertste Mal den Tod eines Kriegers oder das Abschießen eines Speers mit demselben Geräusch "kommentiert" hört, wird es ein wenig langweilig.
Zur Illias allgemein: Man muss sich klarmachen, dass gut die Hälfte, wenn nicht mehr aus detaillierten Beschreibungen davon besteht, wie dieser oder jener Krieger diesen oder jenen anderen vom Leben zum Tod befördert, wo der Speer in dessen Körper eindringt und wo er wieder herauskommt usw. Insoweit kann man Homer eine gewisse Eintönigkeit vorwerfen. Auch das ewige letztlich von den Göttern gesteuerte Hin und Her des Schlachtenglücks lässt einen nach einer gewissen Zeit etwas ratlos werden. Unschätzbar dafür die Einblicke, die das Epos in die Gedankenwelt der griechischen Antike gibt, z.B. wie weit entfernt diese von den mittelalterlichen Vorstellungen von Ritterlichkeit war.
Und, na ja, in dem Sinn hat die Illias kein "Happy End"... wenn man das sucht, ist sicher eine andere Lektüre vorzuziehen...
Wenn man aber mal zu den antiken Wurzeln unserer Literatur vordringen will, ist dieses Hörbuch sicherlich einer der am leichtesten beschreitbaren Zugänge, zumindest wenn man etwas weiter gehen möchte als mit Schwabs klassischer Zusammenfassung, die früher Pflichtlektüre für die waren, die nicht selber altgriechisch konnten.

15 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

 Naja....

von Johannes aus Bayreuth, Deutschland am 31.05.2012

Generell muss man ja alles gut finden, was älter als sagen wir mal 200 Jahre ist. Wenn dann etwas älter als 2000 Jahre ist, müsste man vor Extase Freudenkotzen. Eigentlich.
Das Ding ist, dass man selbst Klassikern zugestehen kann, einfach zumindest teilweise richtig schlecht zu sein. Die Ilias ist dies. Über Stunden wird beschrieben, wer wem ein Speer in den Unterleib rammte, welche Organe dabei zum Vorschein kam, wem der Brustharnisch, der durchborte, vorher gehört hatte, von wem er erobert wurde und wer der Vater Großvater und Zahnarzt des Ermordeten war. Das mag als historisches Dokument ganz interessant sein, Bildung oder gar Unterhaltung ist das aber nicht.
Zur Umsetzung: Ja, man kann daran verzweifeln, diesen Stoff irgendwie interessant zu gestalten. Hier eine Möglichkeit wie es nicht geht: 5 verschiedene Tonsequenzen (von "Pfeileinsclag + Krähenschrei" bis "Verhallte Schritte + sphärische Musik") zufällig einstreuen und jeden zweiten Satz in leichter Abwandlung wiederholen. Törnt mich einfach nicht so richtig an.

Dafür, dass ich es geschafft habe, das ganze Hörbuch durchzustehen gibt es zwei Sterne, wobei der zweite eher als Anerkennung für meine Hörleistung zu verstehen ist.

P.S.: [SPOILER!]
An alle, die meinen das Ende zu kennen:
Das Trojanische Pferd wird mit exakt einem Wort erwähnt (der zukünftige Baumeister gewinnt einen Boxkampf oder so). Die Geschichte ist am Ende nicht einmal zuende! Was für ein Schmu!

3 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

 Zwiespältig

von Knut aus Scheden, Deutschland am 09.02.2012

Uff...kann man hören - muss man aber nicht. Auf jeden Fall schonmal deutlich leichtere Kost als die klassischen Übersetzungen. Ich habe als Ergänzung zu Dan Simmons "Ilium" bzw. "Olympos" gehört. Ich muss gestehen, dass ich mir nicht jeden der zahlreichen Namen in der Geschichte merken konnte und auch irgendwie froh war, als ich die 3 Teile durch hatte.
Man bekommt aber einen guten Einblick in die Geschichte, und viel wichtiger in das Denken und Fühlen der Menschen in der damaligen Zeit. Wenn man nicht den Anspruch hat, der Geschichte in allen Details folgen zu wollen, ist das Hörbuch ok. Um die Details würdigen zu können, kommt man wohl ums selber-Lesen nicht herum.

3 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

 

Neueste Hörerrezensionen


 Wohl (doch) keine Übersetzung...

von tawabet aus Belgershain, Deutschland am 31.10.2012

aber immerhin ganz amüsant ist die "Übertragung" von Raoul Schrott.
Philologisch gesehen ist sie, wie aus der Rezension von Paul Dräger deutlich hervorgeht, wohl ziemlicher Schrott:

(...)

Aber die Inszenierung ist gut gemacht und als erste Wiederannäherung an die Ilias durchaus spannend.
Ich vergebe die drei Sterne daher ausdrücklich für die Lesung und die Inszenierung. Zwei Sterne Abzug gibt es für die Vorspiegelung falscher Tatsachen in der Beschreibung ("Übertragung" statt "moderne Nachdichtung", denn mit dieser Auskuft hätte ich es wahrscheinlich nicht gekauft!).

0 von 0 Hörern fanden diese Meinung hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

 Allgemeinbildung

von katzeschiller aus Bühl, Deutschland am 28.12.2011

Eine Auflistung von Namen und Verwandschaftsgrade einschl. Götter.
Muss man sich nicht antun, da man am Ende den Sinn der Geschichte nicht erkennt. Arme Lateiner, die deses Buch durchnehmen mussten.
Ich buche es unter Erfahrung und allgemeinbilodung.

2 von 20 Hörern fanden diese Meinung hilfreich. Zum Abstimmen hier anmelden.

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