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Ute

Heppenheim, Deutschland

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bewertet
317

  • Die Analphabetin, die rechnen konnte

    • ungekürzt (14 Std. 11 Min.)
    • Von Jonas Jonasson
    • Gesprochen von Katharina Thalbach
    Gesamt
    (836)
    Sprecher
    (769)
    Geschichte
    (754)

    Mit fünf fing sie an zu arbeiten, mit zehn wurde sie Waise, mit fünfzehn wäre sie fast gestorben. Im Grunde deutet alles darauf hin, dass sie ihr Dasein...

    Klaus sagt: "Der Journalist, der nicht genug bekommen konnte"
    "Sehr unterhaltsam"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Für dieses Hörbuch entschied ich mich, da mir schon “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” gut gefallen hatte. Die Machart des Covers ähnlich, der Titel ähnlich skurril, es versprach also äußerlich auch wieder gute Unterhaltung.

    Südafrika will Atombomben bauen. Sechs Stück. Aus Versehen werden aber sieben gebaut – hm, das verrät man mal besser nicht. Dann wird beschlossen, die sechs Atombomben doch besser wieder zu vernichten. Die siebte jedoch kann nicht vernichtet werden, sie gibt es ja offiziell gar nicht. Durch wirre Umstände bringt Nombeko diese siebte Atombombe nach Schweden, wo sie sie versteckt hält.

    Nombeko ist eine äußerst nette Person, die sich ihr ganzes Wissen selbst beigebracht hat. Angefangen zu arbeiten hat sie in einer Latrine in Südafrika, später verhandelt sie dann mit Staatsoberhäuptern, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Sie ist eine gewiefte Beraterin und lenkt so die Geschicke der Welt. Übertrieben? Jawoll. Auf ganzer Linie.

    In Schweden lernt sie Holger kennen. Holger ist ein sympathischer und intelligenter junger Mann. Die beiden verlieben sich. Holger hat einen Zwillingsbruder. Dieser heißt auch Holger. So konnte sich der Vater viel Geld sparen, denn so musste er nur einen Sohn bei den Behörden melden und auch in der Schule anmelden. Die beiden Jungs wechselten sich dann mit der Schule ab. Montags ging Holger 1 zur Schule, dienstags Holger 2, mittwochs wieder Holger 1… was natürlich für einige Verwirrung bei den Lehrern sorgte. Der Zwillingsbruder ist das genaue Gegenteil von Holger und sorgt ständig für gefährliche Situationen.

    Die Geschichte ist äußerst humorvoll. Ich habe mich köstlich amüsiert. “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” war ja schon sehr übertrieben und skurril. Doch dieses Geschichte übertrifft es nochmals um Längen. Die Story ist äußerst überdreht, überspitzt und abgehoben. Und gerade das machte sie für mich hörenswert. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber ich wurde bestens unterhalten.

    Einzig den Schluss fand ich zu ausgedehnt, zu langatmig, so dass ich einen Punkt abziehen muss.

    Katharina Thalbach als Sprecherin fand ich bravourös für dieses Hörbuch. Schon alleine wenn ich ihre Stimme höre, muss ich schmunzeln. Und ihre geniale Vortragsart in Verbindung mit dem höchst amüsanten Inhalt machte dieses Buch für mich zu einem reinen Hörvergnügen.

    0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Totenfrau

    • ungekürzt (08 Std. 28 Min.)
    • Von Bernhard Aichner
    • Gesprochen von Christian Berkel
    Gesamt
    (14)
    Sprecher
    (13)
    Geschichte
    (14)

    Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder, sie besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness...

    Ute sagt: "Gnadenlos genial"
    "Gnadenlos genial"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    @Buechertante hatte vor kurzem getwittert, dass sie dieses Buch sehr gut fand. Ich wurde neugierig und holte es. Nur aufgrund des Covers und der Beschreibung hätte ich es wohl eher nicht gekauft. Aber man ist ja immer dankbar für Empfehlungen. Ich habe den Kauf nicht bereut! Im Gegenteil! Ich habe sogar das Hörbuch, das ich gerade auf den Ohren hatte, unterbrochen und “Totenfrau” gehört. Eigentlich wollte ich ja nur mal kurz reinhorchen, doch daraus wurde nichts. Einmal auf den Ohren war ich gefesselt von der Story.

    Eins vorneweg: Dieses Buch/Hörbuch ist nichts für zart besaitete oder zimperliche Menschen. Denn hier geht es schonungs- und gnadenlos zu.

    Blum ist glücklich. Sie hat einen tollen Mann, 2 liebe Kinder, ein florierendes Bestattungsunternehmen, der sympathische Schwiegervater wohnt auch bei ihnen und unterstützt sie bei den Kindern wie er kann. Alles ist gut, alle sind glücklich. Bis zu dem Tag, an dem ihr Mann – ein Polizist – bei einem Verkehrsunfall mit Fahrerflucht ums Leben kommt.

    Blum hat nun nicht gerade die Charaktereigenschaft, sich ihrem Schicksal zu ergeben und eben das Beste daraus zu machen. Sie forscht nach und was sie entdeckt ist schlimmer, als sie es sich hätte erträumen können. Und sie wird sauer und extrem wütend und sorgt für Gerechtigkeit. Oder für das, was sie für Gerechtigkeit hält. Denn die Polizei, allen voran Massimo, Marks bester Freund und ebenfalls Polizist, unterstützt sie in ihrem Verdacht nicht – hält alles, was sie herausgefunden hat – für Unfug.

    Blum ist für mich ein sehr interessanter Charakter. Einerseits ist sie voller Liebe und Mitgefühl für andere Menschen, die Not leiden, andererseits ist sie ein hochexplosiver Vulkan, der keine Grenzen kennt, wenn hilflosen Menschen und/oder ihr selbst Unrecht angetan wird. Dann kämpft sie wie eine Löwenmama und lässt alle Skrupel außer Acht. Sie ist ein wahrer Yin-Yang-Typ – beide Seiten sind bei ihr intensiv ausgeprägt. Das fand ich äußerst interessant und sorgte natürlich auch für eine andere Art Story, als man es so “gewohnt” ist.

    Es gab in diesem Hörbuch viele außergewöhnliche Situationen. Z. B. als ihr eigener Mann auf dem “Versorgungstisch” – wie man das bei den Bestattern wohl nennt – liegt und sie ihn für die Beerdigung herrichten muss. Wie gesagt, man sollte einiges verkraften können, wenn man sich dieser Geschichte widmet.

    Den Schreibstil fand ich außergewöhnlich – außergewöhnlich gut. Es gibt nicht viel direkte Rede – und wenn, dann ist sie ganz gezielt eingesetzt. Es gab einige Wortwiederholungen – als Nachdruck – das steigerte für mich nochmals die Intensität des Gesagten. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, ich fand das toll.

    Und besonders gut fand ich, dass Christian Berkel dieses Hörbuch gesprochen hat. Er hat mit diesem Schreibstil seine wahre Freude gehabt und hat aus jedem Wort und jeder Regung alles herausgeholt. Das hat mich wirklich sehr fasziniert. Auch wie mühelos er die verschiedenen Dialekte sprach – bewundernswert.

    Somit hatte ich achteinhalb Stunden Hochspannung auf den Ohren. Zeit zum Durchatmen hat man bei dieser Lektüre eher nicht. … aber wer will das schon.

    8 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Winter People: Wer die Toten weckt

    • ungekürzt (11 Std.)
    • Von Jennifer McMahon
    • Gesprochen von Elisabeth Günther
    Gesamt
    (2)
    Sprecher
    (2)
    Geschichte
    (2)

    Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten...

    Ute sagt: "Gute Schauergeschichte"
    "Gute Schauergeschichte"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Die Beschreibung und das Cover fand ich durchaus interessant, weshalb ich nicht lange überlegte und mir das Hörbuch lud. Kaum auf dem iPod, fing ich auch schon an zu hören. Die Geschichte fing auch durchaus interessant an, doch sehr schnell war ich auch leicht verwirrt. Denn hier wird von vielen Personen erzählt, die aber in verschiedenen Zeiten leben. Ich brauchte einige Zeit, bis ich im weiteren Verlauf der Geschichte die Personen den jeweiligen Zeiten zuordnen konnte. Doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn es wird – ok eigentlich erst ab ca. der 2. Hälfte – klar. Doch ich persönlich mag diese Erzählweise nicht so sehr. Ist wohl Geschmacksache.

    Die Geschichte erinnerte mich an andere Bücher:

    1. Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King -> Tote wieder zum Leben erwecken

    2. Shining (und natürlich auch die Fortsetzung Doctor Sleep) von Stephen King -> das zweite Gesicht

    3. Das Spiel ist aus von Jean-Paul Sartre -> die Geister der Verstorbenen leben unter uns.

    Doch leider hat mich Winter People nicht so fasziniert, wie die oben genannten Bücher. Die Protagonisten waren zwar gut gezeichnet, doch oftmals fand ich ihr Handeln unlogisch. Auch das Ende fand ich zwar schockierend und überraschend aber nicht wirklich glaubhaft.

    Winter People war für mich eine nette Schauergeschichte, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut hören lies, doch die wirkliche Begeisterung blieb für mich leider aus.

    Die Sprecherin fand ich durchaus gut. Ich hörte ihrer Stimme gerne zu.

    0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Der Distelfink

    • ungekürzt (33 Std. 25 Min.)
    • Von Donna Tartt
    • Gesprochen von Matthias Koeberlin
    Gesamt
    (68)
    Sprecher
    (61)
    Geschichte
    (58)

    Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht...

    Ute sagt: "Ein neues Hörbuch für meine Bestenliste"
    "Ein neues Hörbuch für meine Bestenliste"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Bei diesem Buch hat eindeutig der Titel den Ausschlag gegeben, dass ich es gekauft habe. Wenn man selbst Distel mit Nachnamen heißt, ist das ja wohl Ehrensache. Doch ich hätte im Traum nicht vermutet, was für ein wundervolles Buch ich mir da zugelegt habe!

    Die Story im Schnelldurchlauf: Theo Decker verliert bei einem Bombenanschlag in einem New Yorker Kunstmuseum seine Mutter. Noch in dem Trümmern bekommt er von einem alten verwundeten Mann, den er zuvor mit einem jungen Mädchen gesehen hat, ein Bild zugeschoben, das er unbedingt retten soll! Außerdem gibt er ihm noch einen Ring, ein altes Familienerbstück. Der Mann verstirbt kurz darauf im Museum. Theo kommt zu einer Pflegefamilie. Währenddessen geht ihm das Mädchen nicht aus dem Kopf. Aufgrund des Ringes kann er ausfindig machen, wo diese wohnt und besucht sie. Sie ist schwerverletzt, ein älterer Herr – Hoby – pflegt sie. Hoby restauriert alte Möbel mit viel Liebe und Hingabe. Theo und Hoby freunden sich an – Theo lernt eine ganze Menge über das Handwerk. Der alte Mann aus dem Museum führte aber die Verkäufe durch, die seit seinem Tod praktisch brach liegen. Dann taucht plötzlich Theos verschollener Vater mit seiner neuen Flamme auf und meint urplötzlich, sich um seinen Sohn kümmern zu müssen. Er reißt ihn aus seinem gewohnten New Yorker Umfeld heraus und nimmt ihn mit nach Las Vegas. Theo gelingt es, das Bild, das gut eingepackt in einem Bettlaken in seinem Rucksack ruht, mitzunehmen.

    In Las Vegas lernt er einen jungen Russen kennen, der mit seinem Vater dort gestrandet ist. Der Vater arbeitet und trinkt – kümmert sich aber nicht um Boris, seinen Sohn. Theo und Boris freunden sich an. Und da Theos Vater und auch seine Lebensgefährtin so gut wie nie da sind, sind die beiden ziemlich auf sich alleine gestellt. Der Vater, trockener Alkoholiker, dafür aber spielsüchtig und tablettenabhängig, kümmert sich recht wenig um die beiden. Die ersten ausufernden Experimente mit Alkohol und Drogen beginnen bei Theo und Boris, die mittlerweile unzertrennlich geworden sind. Doch von dem Bild erzählt Theo Boris nie. Zu groß ist seine Angst, da Kunstraub ja nun kein Kavaliersdelikt ist. Das Bild ist weiterhin gut versteckt, im Bettlaken eingewickelt. Der Vater gerät irgendwann durch seine Spielsucht wieder in Schwierigkeiten, Geldeintreiber stehen vor der Tür… Dann verunglückt Theos Vater tödlich bei einem Verkehrsunfall. Theo bekommt die Panik und reißt Hals über Kopf mit dem Hund der Freundin und natürlich dem Bild im Gepäck im Bus zurück nach New York. Zu seiner alten Pflegefamilie kann er nicht zurück, also versucht er sein Glück bei Hoby. Dieser nimmt ihn in sein Haus auf. Theo wird natürlich auch älter und übernimmt nach und nach die Verkaufsgeschäfte des Antiquitätenladens. Dann taucht plötzlich ein Mann auf, der ihm durch die Blume vorwirft, er habe das Bild “Der Distelfink” aus dem Museum gestohlen und hätte es verkauft – er könne alles zurückverfolgen…

    Donna Tartt, die mir bis dato gänzlich unbekannt war, kann sehr, sehr gut erzählen. Von Anfang an hatte sie mich mit diesem Buch in ihren Bann gezogen. Klar, es fing ja auch verdammt spannend an – nämlich mit der Explosion im Museum. Theo, der 13-jährige Junge ist mir natürlich auch sehr schnell ans Herz gewachsen, steht er doch nun ganz alleine da und ist verzweifelt. Viel Action passiert in diesem Buch nicht. Vielmehr glänzt es durch detaillierte Beschreibungen sowohl der Menschen, der Umgebung, ja selbst der Möbel bis natürlich hin zu den einzelnen Charakteren, die sehr gut gezeichnet wurden. Ich habe jetzt noch genau im Kopf, wie sie aussehen, kenne ihren Charakter, kurz, als würde ich sie persönlich kennen. Auch die Gefühlsschwankungen, die Gedanken und sonstige menschlichen Regungen sind äußerst gut beschrieben.

    Theo ist ein eher zurückhaltender Junge – auch als junger Mann noch. Er antwortet immer recht zögerlich, manchmal für meinen Geschmack zu zögerlich – Spontanietät ist nicht gerade seine Stärke.

    Boris ist das genaue Gegenteil. Er weiß alles, probiert alles aus – ist ein altkluger Typ, weiß immer eine Lösung. Und er quasselt ohne Ende.

    Hoby ist ein alter herzensguter Mann, dessen Lebensfreude und -inhalt darin besteht, seine alten Möbel zu restaurieren. An Geld ist er wenig interessiert – viel glücklicher macht ihn, wenn er das passende Stück Holz findet.

    Das Bild “Der Distelfink” von Fabritius spielt natürlich eine ganz zentrale Rolle in dieser Geschichte, auch wenn es im Vergleich zur Wichtigkeit eher selten Erwähnung findet. Es ist ein wirklich schönes Bild, wie ich finde.

    Der Schreibstil von Donna Tartt ist einfach wunderbar. Er ist flüssig, nichts ist überflüssig, trotz der Länge fand ich jeden Satz, jedes Wort wichtig und richtig für die Geschichte. Und es sind ganz wunderbare Gedanken in diesem Buch zu finden. Besonders zum Ende hin wird selbst Boris ein wenig philosophisch, das Gespräch mit Hoby fand ich grandios, die Bildbeschreibung und -erklärung ganz phantastisch und überhaupt hat mich gerade die letzte Stunde nochmals so richtig vom Hocker gerissen. Ich bin wirklich sehr begeistert.

    Matthias Köberlin als Sprecher fand ich auch eine sehr gute Wahl. Seine ruhige Stimme passte sehr gut zu Theo, der die Geschichte ja erzählt. Aber auch alle anderen Stimmen hat er wundervoll inszeniert. Es brauchte keine: Hoby sagte oder Xandra meinte… das war schon immer klar durch die jeweilige Stimme. Ja, auch der Sprecher, den ich schon von einigen anderen Hörbüchern her kannte, hat mich überzeugt.

    Somit hat Donna Tartt mit “Der Distelfink” zu Recht einen Platz auf meiner Hörbuch-Bestenliste verdient.

    39 von 40 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Das Kind, das tötet

    • ungekürzt (09 Std. 07 Min.)
    • Von Simon Lelic
    • Gesprochen von Jan Uplegger
    Gesamt
    (70)
    Sprecher
    (46)
    Geschichte
    (45)

    Leo Curtice scheint das große Los gezogen zu haben. Der bisher wenig erfolgreiche Anwalt wird Pflichtverteidiger in einem spektakulären Fall...

    Büchermonster sagt: "Unangenehmes Kriminaldrama"
    "Unbequem aber absolut empfehlenswert"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Wenn man gerne “bequeme” Literatur hört, die genau und klar einzustufen ist, dann sollte man von Simon Lelic tunlichst die Finger. Denn seine Bücher sind alles andere bequem. Nachdem ich zunächst “Ein toter Lehrer” von Lelic gehört hatte und ich dieses sehr unbequem aber verdammt gut fand, wurde ich neugierig auf weitere Bücher von Simon Lelic.

    In “Das Kind, das tötet” geht es um einen Anwalt, den der Ehrgeiz packt, einen eigentlich aussichtslosen Fall doch noch zu gewinnen. Doch nicht unbedingt um des Ruhmes willen, sondern um dem Kind, das getötet hat – und das steht von Anfang an außer Frage – bestmöglich zu helfen.

    Wieder macht Lelic keine Statements, was denn moralisch richtig oder falsch ist. Wieder überlässt er die Denkarbeit dem Leser/Hörer. Er wirft viele Fragen auf, die der Leser/Hörer dann selbst mit sich ausmachen muss, wie er denn selbst zu der Fragestellung steht. Das ist natürlich nicht leicht, es nagt an einem, am eigenen Gewissen und gerade das macht das Besondere aus. Denn man bekommt nichts auf dem Silbertablett präsentiert. Man muss es sich schon selbst mühsam erarbeiten. Toll. Eine mir wirklich willkommene Abwechslung zu all den anderen Thrillern, die hauptsächlich durch Spannung, Action, vielen Grausamkeiten und Zufällen bei der Ermittlungsarbeit brillieren oder zumindest unterhalten. Bei Simon Lelic muss man selbst mitarbeiten.

    Das Ende hat mich nicht ganz überzeugt zurückgelassen, da hätte man etwas mehr herausholen können. Deshalb und auch weil es mich im Großen und Ganzen nicht ganz so begeistert hat, wie “Ein toter Lehrer” gibt es für dieses Hörbuch nicht die ganze Punktzahl – ein Pingu-Punkt muss ich abziehen. Aber da bleiben immer noch sehr gute 4 Pingu-Punkte für die Story übrig. Und Simon Lelic zählt für mich zu einem der Ausnahmeschriftsteller, bei dem ich schon gebannt auf sein nächstes Buch warte.

    Jan Uplegger fand ich auch bei dieser Geschichte wieder äußerst überzeugend und genial. Er passt sehr gut zu Lelics Schreibstil.

    0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

    • ungekürzt (08 Std. 42 Min.)
    • Von Robin Sloan
    • Gesprochen von Roland Wolf
    Gesamt
    (69)
    Sprecher
    (64)
    Geschichte
    (64)

    Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte...

    Ute sagt: "Wirklich eine sonderbare Geschichte"
    "Wirklich eine sonderbare Geschichte"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Bei diesem Hörbuch verlockten mich Titel und Coverbild gleichermaßen zum Kauf. Natürlich hatte ich bei der Beschreibung einer alten verstaubten Buchhandlung eine gewisse Vorstellung, was mich in dieser Geschichte erwarten würde. Doch es kam anders. Ganz anders. Denn dass hier Computer und insbesondere Google derart intensiv den Fortgang des Romans bestimmen würden, nun, damit hatte ich ganz sicher nicht gerechnet.

    Die Beschreibung der Personen fand ich ok. Alle waren sie sehr verschieden, einer skurriler als der andere. Hier war also für viel Abwechslung gesorgt. Auch die Beschreibung der Buchhandlung fand ich durchaus sehr interessant und außergewöhnlich. Der Schreibstil war flott und flüssig, was durch die rasante Sprechweise von Roland Wolf noch untermauert wurde.

    Die Geschichte an sich fand ich sehr sonderbar. Aber gut, das Buch heißt ja auch “Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra”. Im Original heißt es wohl “The 24-hours-Bookstore”, doch in diesem Fall finde ich den deutschen Titel fast treffender, weil sonderbarer. Aber das ändert nichts daran, dass ich vom Inhalt sehr überrascht war, jedoch nicht im positivsten Sinne. Mir wurde durch die gesamte Story Google zu sehr verherrlicht. Es gab kein Körnchen Kritik an seinem Umgang mit unseren Daten. Aber davon abgesehen, fand ich auch das Geheimnis, das hier gelüftet werden sollte, nicht ganz so spannend, wie man es sich gewünscht hätte. Ok, die Idee war nicht schlecht, aber trotzdem wurde ich nicht mitgerissen, um dieses Geheimnis endlich zu lüften.

    Somit ist “Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra” für mich nur eine mittelmäßige Geschichte, die zwar engagiert und gut von Roland Wolf gesprochen wurde, die aber meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat. Ich denke, dass es für Computerfreaks aber eine durchaus spannende Lektüre sein könnte.

    24 von 30 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Das Leben ist ein listiger Kater

    • ungekürzt (04 Std. 09 Min.)
    • Von Marie-Sabine Roger
    • Gesprochen von Armin Hauser
    Gesamt
    (2)
    Sprecher
    (2)
    Geschichte
    (2)

    Zum Leben ist es nie zu spät. Im Krankenhaus ziehen sich die Tage wie Kaugummi...

    Ute sagt: "Nette Unterhaltung für zwischendurch"
    "Nette Unterhaltung für zwischendurch"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Irgendwie kam mir das Cover bekannt vor. Nach kurzem Überlegen dämmerte es mir. Von Marie-Sabine Roger hatte ich schon einmal einen Roman gehört. Das Buch hieß: “Das Labyrinth der Wörter“ und ich fand es toll. So überlegte ich nicht lange und lud mir auch dieses Hörbuch herunter.

    Um was es in der Geschichte geht, ist eigentlich schon recht gut in der obigen Beschreibung erläutert. Jean-Pierre ist ein alter Muffel, am liebsten alleine und kann es nicht leiden, wenn er ständig von anderen Menschen genervt wird. Doch im Krankenhaus in seinem Gipskorsett kann er sich nicht davonschleichen. Er ist den aufdringlichen Menschen gnadenlos ausgeliefert. Anfangs nervt ihn das ganz furchtbar, doch nach und nach gewöhnt er sich ein wenig daran…

    Die Beschreibung der Protagonisten fand ich durchweg gut und vorstellbar. Auch die Schilderung des Krankenhausalltags fand ich durchaus glaubhaft. Der Schreibstil war flüssig und es ließ sich mühelos zuhören ohne sich groß anstrengen zu müssen. Spannend ist die Geschichte nicht, will sie auch gar nicht sein. Es ist vielmehr ein kleiner Entwicklungsroman, der die Veränderung des alten Griesgrams sehr nett beschreibt.

    Hier und da musste ich sogar laut lachen, denn humorvoll ist diese Story durchaus auch. Zwar nicht durchgängig, aber dadurch kommen die kleinen, fein gesetzten Höhepunkte sehr gut zur Geltung.

    Armin Hauser fand ich recht gut als Sprecher, wenn er mich jetzt auch nicht umgehauen hat. Aber seine Stimme passte durchaus gut zu dem alten griesgrämigen Jean-Pierre.

    Insgesamt ist “Das Leben ist ein listiger Kater” eine nette Unterhaltung für zwischendurch, die einen hier und da auch zum Lachen bringt. Warum das Buch heißt wie es heißt, kommt erst ganz zum Schluss ans Licht. Und dieses Ende hat mir durchaus gut gefallen.

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Krieg

    • ungekürzt (06 Std. 04 Min.)
    • Von Jochen Rausch
    • Gesprochen von Ulrich Noethen
    Gesamt
    (16)
    Sprecher
    (16)
    Geschichte
    (16)

    Seit Monaten schon lebt Arnold Steins zurückgezogen inmitten der rauen Welt der Berge und kommt nur gelegentlich runter ins Dorf...

    Kerstin sagt: "Zeitgeist pur !!!"
    "Etwas verwirrend ..."
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Ich ging aufgrund der von mir im Vorfeld gelesenen Rezensionen mit der Erwartung an dieses Buch, dass es wohl eine Mischung aus “Winter in Maine” und “Das finstere Tal” sein würde. Beide Bücher fand ich ausgesprochen gut – da fiel die Entscheidung leicht. Kaum gekauft, hatte ich es auch schon auf den Ohren.

    Was mir begegnete: Kurze, prägnante Sätze, die wie Pfeilspitzen auf mich abgeschossen wurden. Zumindest empfand ich es so.

    Das Buch beginnt mit zwei Handlungssträngen. Zunächst ergab das für mich keinen Sinn, es dauerte etwas, das muss ich zugeben. Dann wird aus verschiedenen Zeiten heraus erzählt, auch das musste ich erst einmal kapieren. Somit war ich stellenweise ziemlich verwirrt.

    Nun zur Geschichte: Die Geschichte wird größtenteils aus der Sicht von Arnold Steins erzählt. Sein Sohn hat sich freiwillig für den Einsatz in Afghanistan gemeldet. Man erfährt viel über das Bangen der Eltern und über die so sehr erhofften und gleichzeitig auch gefürchteten eMails ihres Sohnes, die der Vater vor der Mutter stets verborgen hält – ihr gegenüber alles schön malt. Es ist eine gänzlich andere, durchaus sehr interessante Art der Kriegsberichterstattung. Das Leiden der Eltern wird eiskalt, aber äußerst überzeugend dargestellt. Hier musste ich des Öfteren schwer schlucken.

    Arnolds Zeit auf der Hütte wurde ihm dann auch nicht gerade leicht gemacht. Denn ein Fremder nahm ihm auch den letzten Rest, den er noch hatte.

    Ich glaube, um dieses Buch vollständig zu verstehen, muss man es öfters als ein Mal hören. Da es mich aber nicht wirklich packen konnte, verspüre ich auch nicht den Wunsch, diesem Buch gänzlich auf den Grund zu gehen. Auch wenn mich die ein oder andere Aussage wirklich tief getroffen und Eindruck auf mich gemacht hat, so konnte es mich aber trotzdem nicht genug in seinen Bann ziehen.

    Schade. Ich hatte mir etwas anderes erhofft.

    Ulrich Noethen als Sprecher fand ich sehr passend für diese Geschichte. Er hat wie immer eine sehr gute Leistung hingelegt.

    0 von 0 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Deutsche Sagen und Legenden: Sonderedition

    • ungekürzt (08 Std. 52 Min.)
    • Von div.
    • Gesprochen von Uve Teschner, Michael Nowack, Mathias Bauer
    Gesamt
    (13)
    Sprecher
    (8)
    Geschichte
    (7)

    Deutsche Sagen und Legenden ist ein literarischer Streifzug durch die Sagenwelt Deutschlands. Von Bayern ins Rheinland...

    Ute sagt: "Abwechslungsreiche Zusammenstellung"
    "Abwechslungsreiche Zusammenstellung"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Diese Sammlung enthält 71 Sagen und Legenden. Einige davon kannte ich schon, viele davon waren mir allerdings völlig neu. Die meisten fand ich sehr interessant, manche – naja – nicht so sehr. Aber gut. Es handelt sich hier um Sagen und Legenden – diese sind nun einmal wie sie sind. Und die Auswahl hat mir schon gut gefallen.

    Im Großen und Ganzen finde ich diese Sonderedition eine gelungene Zusammenstellung mit einigen Aha-Effekten und vielen Gelegenheiten zum Schmunzeln.

    Die Sprecher waren allesamt sehr engagiert und haben ihre Texte mit Inbrunst vorgetragen. Jedoch fand ich einen der Vieren gar nicht gut. Leider kann ich nicht sagen, wer dieser Herr war. Aber eins ist klar: Uve Teschner war es nicht. Dessen Stimme kenne ich. Die drei anderen Herren waren mir bis dato unbekannt. Jedoch war auch der “bemängelte” Sprecher durchaus hörbar – ich mochte nur seine Art der Betonung ganz und gar nicht. Doch dies ist ja bekanntlich Geschmackssache.

    Um zwischendurch immer mal wieder einer Sage oder Legende zu lauschen, ist dieses Hörbuch sicherlich eine gute Wahl. Ich habe es nicht am Stück gehört. Mal hier eine, mal da zwei oder drei am Stück – so wurde es nie eintönig und war jederzeit eine informative und nette Abwechslung.

    1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.
  • Das Rosie-Projekt

    • ungekürzt (08 Std. 09 Min.)
    • Von Graeme Simsion
    • Gesprochen von Robert Stadlober
    Gesamt
    (408)
    Sprecher
    (375)
    Geschichte
    (378)

    Don Tillman ist hochintelligent, sportlich, erfolgreich - und er will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational...

    Undine sagt: "skurrile Liebesgeschichte"
    "Herzerfrischend anders"
    Gesamt
    Sprecher
    Geschichte

    Don Tillmann – entweder man kann mit ihm oder man kann nicht mit ihm. Denn etwas eigenartig ist er schon. Ich gehöre zu der Kategorie Mensch, die Don eindeutig ins Herz geschlossen hat.

    Er ist Universitäts-Professor und geht voll und ganz in seiner Arbeit auf. Sein Tag ist durchgeplant, sein Essensplan auch. Ist ja auch praktisch, wenn man sich montags, dienstags, mittwochs … in jeder Woche immer das Gleiche kocht, dann kennt man die Einkaufsliste auswendig und hat dies quasi im “Joggingschritt” auf dem Markt erledigt. Denn die Markthändler haben seine Einkaufstüte jeweils schon fertig vorbereitet. Auf Don ist eben Verlass.

    Don ist zufrieden mit seinem Leben. Glücklich – nun das kann er nicht so genau sagen. Er kann mit diesem Ausdruck und dem Gefühl an sich nicht so richtig etwas anfangen. Er weiß aber, dass der glücklichste Tag seines bisherigen Lebens war, als er zum ersten Mal im Naturkundemuseum war. Der zweitglücklichste Tag in seinem Leben war der 2. Tag, an dem er im Naturkundemuseum war…

    Don forscht nicht nur, er hält auch Vorträge. Z. B. über das Asperger-Syndrom. Er kennt die Anzeichen in- und auswendig. Jedoch zählt er sich selbst nicht zu dazu, obwohl er das beste Beispiel für einen typischen “Aspi” ist. Das fand ich äußerst charmant beschrieben.

    Nun beschließt Don, sich eine Frau zu suchen. Und klar – er ist ja schließlich Wissenschaftler durch und durch – entwirft er einen Fragebogen, mit dessen Hilfe er die perfekte Ehefrau finden will. Oh man. Ich habe bei der Auflistung der Fragen viel gelacht. Typisch männlich und dann noch der Aspi-Aspekt dazu – heidenei, der war schon krass, dieser Fragebogen.

    Und dann schickt sein bester Freund Rosie zu ihm. Don denkt, sie gehört zu der in die engere Wahl gekommenen Frauen aus seinem Projekt. Doch nein, sein bester Freund hat ihm eine “Wild-Card” geschickt. Beide treffen sich also unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen und Annahmen. Denn Rosie weiß nichts von dem Fragebogen, sie hat vielmehr eine genetische Frage an ihn als Wissenschaftler. Ich könnte mich gerade schon wieder totlachen über die Situationskomik, die dabei entstand und vom Autor richtig gut zu Papier gebracht wurde.

    Und von da an wird Dons Leben mächtig auf den Kopf gestellt. Doch es sind nicht nur witzige Episoden. Auch durchaus sehr tiefgreifende Gedanken und Überlegungen kommen hier zur Sprache. Die gelungene Mischung von Humor und Tragik bleibt aber stets vorhanden. Die Geschichte rutscht eigentlich nie zu tief in die eine oder andere Richtung ab. Und diese Mischung hat mir so gut gefallen, dass ich das Hörbuch in jeder freien Minute weiter hörte.

    Das Ende – besonders den letzten Absatz – fand ich einfach genial – typisch Don eben.

    Robert Stadlober kannte ich bereits von einem anderen Hörbuch her und auch hier hat er mir wieder gut gefallen. Ich finde, er hat sich sehr gut in die Rolle des Don hineinversetzt und seinen Charakter sprachlich sehr gut dargestellt.

    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass dieses Hörbuch sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Don ist schon sehr speziell. Aber ich habe ihn lieben gelernt und fand die Geschichte einfach nur toll. Deshalb gibt es von mir für dieses Hörbuch die volle Pingu-Punktzahl.

    11 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich.

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