Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Herta Müller erzählt ihre Kindheit im Banat
Hörbuch Inhalt

Wir folgen Herta Müller gebannt, weil sie etwas zu sagen hat - und ihr Dialekt so schön klingt.
--Brigitte
BESCHREIBUNG
Das Leben der Banater Schwaben in Nitzkydorf ist geprägt von bäuerlichen Bräuchen und harter Arbeit. Die Abgeschlossenheit dieses kleinen Kosmos bekommt durch den Schulbesuch erste Risse: Im ständigen Wechsel zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch entdeckt das Kind, dass die Sprachen ganz unterschiedliche Augen haben, mit denen je andere Dinge wahrgenommen werden können. Durch die Risse wird aber auch die Gewalt deutlicher erkennbar, die in den Körpern sitzt, derer sich die politischen Regime brutal ermächtigen.
Für die 1953 Geborene sind die Folgen von Krieg, Deportation der Mutter in ein stalinistisches Straflager, Alkoholismus des Vaters und Enteignung der Familie alltäglich spürbar. So beschreibt Herta Müller ihre Kindheitsängste im Rückblick - als sie auf die Nachstellungen und Drangsalierungen durch den gefürchteten Geheimdienst Securitate zu sprechen kommt - als Einübung in die spätere "Angst aus politischen Gründen". Angst, die in der Diktatur Ceausescus bewusst zum Machterhalt eingesetzt wurde.(c)+(p) 2008 Supposé
| Autor: | Herta Müller |
|---|---|
| Sprecher: | Herta Müller |
| Spieldauer: | 01 Std. 54 Min. (ungekürzt) |
| Bewertung: | (68) |
| Anbieter: | Supposé |
| Veröffentlicht: | 2009 |
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Hörerrezensionen (6)
Die hilfreichsten Hörerrezensionen
Ich will mehr! von Lotta Svensk aus Berlin am 01.11.2009
Diese Erzählung der Kindheit macht Appetit. Müller ist eine grosse Beobachterin und sie erzählt, mit viel Humor, was sie erfahren hat. Ich habe viele langweilige Nobelpreisträger gelesen, aber nach dieser Erzählung werde ich unbedingt mehr von Müller lesen.
11 von 11 Hörern fanden diese Meinung hilfreich. Und Sie? Zum Abstimmen hier anmelden.
sehr persönliche erinnerungen von Christian Lorenz aus hamburg am 28.11.2009
dies ist kein roman, auch kein erinnerungsroman. dies sind sehr persönliche erinnerungen, die herta müller selbst beim erzählen scheinbar plötzlich einschießen, als säße man bei ihr zuhause am küchentisch. sie erinnert sich aus der ungewöhnlichen perspektive des kindes, dem alles groß, fremd und unheimlich erscheint. auch das eigenartige kindliche vokabular hat sie sich erhalten, was ihre sprache so einzigartig macht. ihre kindheit auf dem land in rumänien kommt dem heutigen hörer fast wie eine geschichte aus dem mittelalter vor, inklusive absolutistischer willkürherrschaft und unvorhersahbarer gewalt.
4 von 4 Hörern fanden diese Meinung hilfreich. Und Sie? Zum Abstimmen hier anmelden.
Ergreifend von Jürg Seiberth aus Arlesheim am 24.11.2009
Unspektakulär aber ergreifend. Wunderbar formuliertes Zeitzeugnis.
3 von 3 Hörern fanden diese Meinung hilfreich. Und Sie? Zum Abstimmen hier anmelden.
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